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Reichtum: 45 Deutsche besitzen so viel wie die Hälfte der deutschen Bevölkerung

Reichtum: 45 Deutsche besitzen so viel wie die Hälfte der deutschen Bevölkerung. Das Vermögen in Deutschland ist sehr ungleich verteilt, das sagen offizielle Statistiken. Nun hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung diese Statistiken ergänzt: Demnach ist die Ungleichheit weit extremer. Das Treffen der globalen Staaten- und Konzernlenker in Davos ruft bei vielen Beobachtern eine Frage ins Bewusstsein: Wer profitiert auf lange Sicht von Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinnen - die ganze Gesellschaft oder nur einige wenige? Ein Teil der Antwort lässt sich daran ablesen, wie sich das gesamte Vermögen einer Gesellschaft auf die einzelnen Mitglieder verteilt. Das Problem ist nur: So einfach lässt sich das nicht ermitteln. Es gibt zwar offizielle Daten, etwa vom Statistischen Bundesamt und seit ein paar Jahren auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Eurozone. Diese Daten weisen bereits eine extrem ungleiche Verteilung aus. Aber in Wirklichkeit ist das Vermögen weit stärker konzentriert. Denn die Statistik hat einen blinden Fleck: Superreiche und ihr Vermögen werden systematisch unterschätzt. Einerseits, weil ihre Zahl so klein ist, dass sie in der Stichprobe nicht ausreichend erfasst werden. Andererseits, weil die Statistiken auf freiwilligen Befragungen basieren - und die Bereitschaft zur Teilnahme nachweislich sinkt, je reicher der Befragte ist. Aber: Gerade für die Superreichen liegen relativ valide Schätzungen vor - in Form der sogenannten Reichenlisten, allen voran die des US-Magazins "Forbes". Zusätzlich gibt es für Deutschland die Reichenliste des manager magazin. Ein Team um den Steuerexperten Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun die Daten der EZB-Vermögenserhebung um die Angaben aus den Reichenlisten erweitert, und zwar für drei Eurostaaten: Deutschland, Frankreich und Spanien. Das Ergebnis: In Deutschland besitzen die 45 reichsten Haushalte so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung. Beide Gruppen kamen im Jahr 2014 jeweils auf insgesamt 214 Milliarden Euro Vermögen. Folgende Grafik zeigt die Vermögensverteilung in Deutschland - blau eingefärbt sind die oberen zehn Prozent, rot eingefärbt die restlichen 90 Prozent. Vermögensverteilung in Deutschland Die DIW-Forscher greifen auf einen Ansatz zurück, den die EZB selbst anregt, um ihre Vermögenserhebung zu korrigieren. (Eine ausführliche Beschreibung der Methodik und der Ergebnisse finden Sie in diesem DIW-Diskussionspapier auf Englisch.) Im Vergleich zu den offiziellen EZB-Zahlen erhöht sich die Vermögensungleichheit in Deutschland dadurch drastisch: Die reichsten fünf Prozent besaßen demnach im Jahr 2014 mit 51,1 Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens - nach EZB-Zahlen besaß diese kleine Gruppe nur 31,5 Prozent. Das oberste Prozent der deutschen Haushalte verfügt über ein Drittel des Vermögens (statt 23,6 Prozent), und das oberste Promille über 17,4 Prozent (statt 6,3 Prozent). Die reichsten 0,001 Prozent - das sind lediglich 400 Haushalte - besaßen demnach 4,7 Prozent, also doppelt so viel wie die etwa 20 Millionen Haushalte, die die ärmere Hälfte Deutschlands bilden. In der Grafik können Sie zusätzlich die absolute Höhe der jeweiligen Vermögen einblenden. Damit ist das Vermögen in Deutschland auch im europäischen Vergleich besonders ungleich zugunsten der Superreichen verteilt. Das macht ein Blick auf Spanien und Frankreich deutlich. Die EZB-Daten weisen für beide Länder eine höhere Konzentration der Vermögen für die Superreichen aus. Doch nach der Erweiterung um die nationalen Reichenlisten ändert sich dieses Bild grundlegend: Zwar steigt wie in Deutschland der Anteil der Superreichen an den gesamten Vermögen des Landes - aber weit weniger stark als in Deutschland. So besitzt den DIW-Berechnungen zufolge in Spanien die ärmere Hälfte der Bevölkerung immerhin knapp zwölf Prozent des Vermögens, in Frankreich noch mehr als sechs Prozent, in Deutschland sind es nur 2,3 Prozent. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen dagegen in Frankreich und Spanien jeweils weniger als die Hälfte des Vermögens, während es in Deutschland annähernd zwei Drittel sind. Die Vermögensverteilung in Deutschland ist also erheblich ungleicher, als die Statistiken ausweisen - und ungleicher als in großen europäischen Ländern. DIW-Forscher Bach weist allerdings darauf hin, dass die Auswirkungen dieser Ungleichheit in Deutschland womöglich weniger negativ sind als anderswo. Denn auf der Reichenliste des manager magazin finden sich vor allem Unternehmerfamilien, viele davon typische Vertreter des Mittelstands. "Die gelten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft, stärken den Wettbewerb mit den Großunternehmen, schaffen Arbeitsplätze in der Fläche und kümmern sich zumeist um ihre Leute und ihre Region", sagt Bach. Investitionen stemmen sie zudem oft nicht über Kredite, sondern aus eigenem Kapital. Das alles nutze unteren Einkommensgruppen - in Deutschland sei es also tatsächlich so, dass das Vermögen der Superreichen auch der Allgemeinheit zugute komme. Und doch sieht auch Bach in der enormen Konzentration ein Problem: Gerade Unternehmerfamilien hätten in Deutschland großen Einfluss auf die Politik - durch direkten Zugang zur Kanzlerin und den Ministerpräsidenten und durch teure Anzeigenkampagnen. Die Folge: Nach wie vor sind die Privilegien für Reiche bei der Erbschaftsteuer riesig, eine Vermögensteuer gibt es nicht.
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Washington will US-Botschaft früher nach Jerusalem verlegen

Washington will US-Botschaft früher nach Jerusalem verlegen. US-Vizepräsident Mike Pence hat den Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem noch vor Ende 2019 zugesichert. Bei einer Rede in Jerusalem rief er gleichzeitig die Palästinenser auf, in Friedensgespräche mit Israel einzusteigen. Pence betonte in seiner Rede vor der Knesset mehrfach die starke Verbindung zwischen Israel und den USA. Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence kündigte am Montag bei seiner Rede vor der Knesset in Jerusalem an, dass die US-Botschaft noch vor Ende 2019 nach Jerusalem verlegt wird. Nach der Entscheidung von Präsident Donald Trump Mitte Dezember, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, war zunächst vermutet worden, dass der Botschaftsumzug aus Tel Aviv viele Jahre in Anspruch nehmen würde, bevor ein angemessenes neues Gebäude gebaut werden könnte. Pence’ Ankündigung macht nun aber klar, dass offenbar bestehende Konsulargebäude der Amerikaner in der heiligen Stadt zur Botschaft umgewidmet werden sollen. Offenbar wollte Trump nicht das Risiko eingehen, dass ein langjähriger Neubau erst nach seiner Amtszeit fertig werden würde und eine Nachfolgerregierung wieder von der Umzugsentscheidung abrücken könnte. Pence kündigte an, dass die Trump-Regierung in der kommenden Woche ihre Pläne vorstellen wolle, und verteidigte Trumps Entscheidung, die international auf Kritik gestoßen war. „Die Vereinigten Staaten haben sich für die Fakten und gegen die Fiktion entscheiden, weil Fakten die beste Grundlage für einen gerechten Frieden sind“, sagte Pence. Gleichzeitig bekräftigte er, dass die Hauptstadtentscheidung mögliche Grenzen bei einer Friedenslösung nicht vorwegnehme und dass Amerika weiter hinter eine Zweistaatenlösung stehe, wenn sich beide Seiten darauf einigen würden. Der Vizepräsident war der erste hochrangige Vertreter der Trump-Regierung, der nach der historischen Entscheidung, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, nach Israel kam. Und Israel hatte ihm deshalb auch den roten Teppich ausgerollt und Pence als erstem US-Vizepräsidenten die Ehre gewährt, vor der Knesset zu sprechen. Der gläubige Christ Pence lieferte eine in Teilen hoch emotionale Rede ab, die die tiefe Bindung evangelikaler Kreise in den USA an das Heilige Land zeigte und deutlich machte, warum diese Gruppe der amerikanischen Gesellschaft so entschlossen hinter dem jüdischen Staat steht. Pence verglich die Geschichte Amerikas mit der des jüdischen Volkes. Die Geschichte des Exodus, eine Reise von der Verfolgung zur Freiheit gleiche der der amerikanischen Pilgerväter, sagte Pence und erinnerte daran, dass die Gründungsväter der USA „sich den Geschichten der Bibel zugewandt haben, um Rat und Weisheit zu erhalten“. Pence schien auch um Fassung zu ringen, als er über das Leiden der Juden im Holocaust sprach und über die Widerstandskraft des jüdischen Volkes, die es ihm ermöglichte, nach der Katastrophe im Land ihrer Vorväter einen neuen Staat aufzubauen. Der US-Vizepräsident war auf den vorherigen Stationen seiner Nahostreise in Ägypten und in Jordanien auf einige Skepsis gestoßen über die Entscheidung der US-Regierung, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen. Und am Anfang seiner Rede vor der Knesset kam es auch zu Tumulten, als arabisch-israelische Abgeordnete die Rede von Pence mit Rufen unterbrachen und aus dem Saal gebracht werden mussten. Auch die Palästinenserführung war abweisend gegenüber Pence und hatte ein Treffen mit dem US-Vizepräsidenten aus Protest gegen die Jerusalem-Entscheidung verweigert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas reiste stattdessen nach Brüssel, wo er am Montag mit den EU-Außenministern zusammentraf. Abbas hielt seine Pressekonferenz mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini genau zum selben Zeitpunkt, als Pence mit seiner Rede vor der Knesset begann. Darin rief Abbas Europa dazu auf, einen palästinensischen Staat anzuerkennen, um das palästinensische Volk „in der Hoffnung auf Frieden zu ermutigen“. Abbas versicherte auch, dass es keinen Widerspruch zwischen der Anerkennung und der Wiederaufnahme von Verhandlungen gäbe. Tatsächlich verweigert die Palästinenserführung jedoch seit Jahren die Aufnahme substanzieller Verhandlungen über eine Friedenslösung und versucht stattdessen, den Status Jerusalems und der Palästinensergebiete mithilfe internationaler Organisationen zu verändern. Pence rief die Palästinenser denn auch „dringend dazu auf, zum Verhandlungstisch zurückzukehren“. Frieden könne es nur durch Dialog geben, so Pence. Der Nahost-Beauftragte der US-Regierung, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, will im Laufe der kommenden Monate einen Friedensplan zur Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern vorlegen. Die Palästinenser hoffen hingegen, dass die Europäer eine größere Rolle in Friedensgesprächen spielen, um die proisraelische Haltung der Trump-Regierung auszubalancieren. „Die Nachfahren Isaaks und Ischmaels finden zusammen“ Tatsächlich verlieren die Palästinenser auch zunehmend an Unterstützung in der eigenen Region, weil eine wachsende Zahl von sunnitischen Staaten Israel als Verbündeten bei der Eindämmung iranischen Hegemonialstrebens in der Region sehen. Pence beschrieb das in der biblischen Diktion seiner Rede mit den Worten, „die Nachfahren Isaaks und Ischmaels finden zusammen wie niemals zuvor, um dem führenden staatlichen Terrorsponsor der Welt, Iran, entgegenzutreten“. Pence bekräftigte, dass die Trump-Regierung das Nuklearabkommen mit dem Iran, welches ein Desaster sei, nicht mehr zertifizieren werde. Er rief dazu auf, das Abkommen in Verhandlungen zu verbessern, um sicherzustellen, dass es das Problem nicht nur aufschiebe. Pence richtete sich auch direkt an das iranische Volk. „Wir sind eure Freunde“, sagte Pence und kündigte an, der Tag werde kommen, an dem sich das iranische Volk von seinem Unterdrückungsregime befreien werde.
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Analysten werten Afrin-Einsatz der Türkei als Geschenk für Assad

Analysten werten Afrin-Einsatz der Türkei als Geschenk für Assad. Die syrische Region Afrin blieb vom Krieg verschont, Wirtschaft und Verwaltung funktionieren. Trotzdem will der türkische Präsident Erdogan sie «befreien». Dahinter steckt wohl ein Deal mit Putin und Assad. Der Olivenzweig gilt seit der Antike als ein Symbol des Friedens. Für Zehntausende Menschen im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei bedeutet er in diesen Tagen Krieg. Denn der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat seiner Militäroffensive gegen die kurdische YPG-Miliz in der Region Afrin ausgerechnet diesen Namen gegeben: «Operation Olivenzweig». Seit knapp einer Woche beschiesst das türkische Militär die kurdische Enklave, am Wochenende begann die Invasion, unter anderem mit Leopard-2-Panzern aus deutscher Produktion. Mehr als 20 Menschen sind seither in Afrin getötet worden. In der türkischen Grenzstadt Reyhanli kam ein Mensch ums Leben, als die YPG-Miliz Raketen auf den Ort feuerte. Erdogan rechtfertigt den Einmarsch damit, dass die kurdischen Milizen die nationale Sicherheit der Türkei bedrohten. Die YPG gilt als syrischer Arm der PKK – die verbotene kurdische Arbeiterpartei ist neben der Gülen-Bewegung der erklärte Hauptfeind des türkischen Staats. Ziel der Offensive sei es, die YPG aus dem Grenzgebiet zu vertreiben und die Bewohner von Afrin von der «Unterdrückung durch Terroristen» zu befreien, heisst es aus Ankara. Doch derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich die Menschen in der Grenzregion überhaupt «befreien» lassen wollen. Hunderttausende Menschen leben in der Stadt Afrin und den mehr als 300 Dörfern in der Umgebung. Unter ihnen sind viele, die aus anderen Landesteilen hierher geflüchtet sind. Denn bislang gehört die Region zu den wenigen Gebieten in Syrien, an denen fast sieben Jahre Krieg nahezu spurlos vorbeigezogen sind. Weil sich die Kurden nie offen gegen das Regime von Baschar al-Assad gestellt haben, ist Afrin von Luftangriffen verschont geblieben. Statt Zerstörungen gibt es eine halbwegs florierende Wirtschaft und eine funktionierende Verwaltung. Nirgendwo in Syrien sind die Kurden einem eigenen Mini-Staat nähergekommen als in Afrin - und genau deshalb will Erdogan die Enklave unter seine Kontrolle bringen. Dabei setzt der türkische Staatschef nicht nur auf die eigene Armee, sondern auch auf verbündete syrisch-arabische Milizen. Das türkische Militär brachte in den vergangenen Tagen Hunderte arabische Kämpfer aus der Gegend um die syrische Stadt al-Bab in die Türkei. Sie kommen aus dem Gebiet in Nordsyrien, das die Türkei seit Beginn ihrer Operation «Schutzschild Euphrat» eingenommen hat und seither besetzt hält. Die Kurden fühlen sich im Stich gelassen Hinzu kommen Milizen aus der syrischen Provinz Idlib, allen voran die Rebellengruppe Faylaq al-Sham. Deren Vorgehen zeigt beispielhaft, wie sehr sich Syriens Aufständische von ihren ausländischen Finanziers dirigieren lassen. Obwohl Idlib seit Wochen aus dem Süden von syrischen Regierungstruppen angegriffen wird, konzentrieren sich Faylaq al-Sham auf den Kampf gegen die Kurden im Norden - weil die Türkei das im Moment so will. Bei den Kurden reift hingegen einmal mehr die Erkenntnis, von den Grossmächten im Stich gelassen worden zu sein. Sie haben grosse Opfer im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) gebracht und haben in ihren Gebieten halbwegs demokratische Strukturen geschaffen. Doch die erhoffte Kriegsdividende bleibt aus. Die US-Regierung hatte vage die Schaffung einer Grenzschutztruppe in Nordsyrien angekündigt, deren Rückgrat die YPG bilden sollte. Damit lieferte sie Erdogan einen willkommenen Vorwand für die Intervention - und belässt es nun bei mahnenden Worten in Richtung Ankara. Russland hatte wiederum Militärbeobachter in Afrin stationiert. Die Kurden hofften, die Soldaten würden den Schutz vor türkischen Angriffen garantieren. Stattdessen zog Moskau seine Kräfte am Wochenende mit Beginn der «Operation Olivenzweig» ab. «Russland hat uns betrogen», heisst es in einer Erklärung der YPG-Führung. Der russische Präsident Wladimir Putin lässt Erdogan vorerst gewähren, weil die Offensive Assads Machterhalt nicht gefährdet. Im Gegenteil: Die Offensive bindet sogar Kräfte, die nun den Rebellen in Idlib im Kampf gegen das Regime fehlen. Für Erdogan ist Afrin nur der Anfang Die US-Regierung wiederum ist offenbar zu dem Schluss gekommen, dass es kontraproduktiv wäre, wegen Afrin den offenen Konflikt mit der Türkei zu suchen. Sie scheint sich ohnehin kaum noch für den Syrienkrieg zu interessieren. Also lässt Donald Trump Erdogan gewähren. Der hat längst angekündigt, Afrin solle nur der Anfang sein: In einem zweiten Schritt wolle das türkische Militär die Gegend um Manbidsch erobern. Genau dort wollen die USA eigentlich ihre Grenzschutztruppe für Syrien ausbilden. Mit einem Angriff auf Manbidsch würde Erdogan also Trump offen herausfordern. Doch derzeit ist noch nicht einmal das Ende der Offensive in Afrin absehbar. Die kurdischen Einheiten leisten erbitterten Widerstand, die türkischen Truppen und ihre arabischen Verbündeten kommen nur langsam voran. Doch selbst wenn sie die YPG zurückdrängen - es ist derzeit völlig unklar, wer das eroberte Gebiet dann kontrollieren soll. Die türkische Armee würde als Besatzer wahrgenommen und müsste sich auf einen Guerillakrieg in Afrin einstellen. Die arabischen Milizen verfügen kaum über die militärischen Fähigkeiten, dort als Schutzmacht aufzutreten. Und eine kurdische Truppe, die das Gebiet nach den Wünschen Erdogans sichern würde, ist nicht in Sicht. Vertreter der YPG streuen deshalb das Gerücht, die Türkei und Russland wollten das Gebiet dem Assad-Regime überlassen. Entsprechende Signale soll das Aussenministerium in Ankara ausgesandt haben. Die syrische Regierung soll demnach versprochen haben, die Kurden in Afrin zu schützen. Im Gegenzug habe die Türkei zugesichert, ein Vorrücken der syrischen Regierungstruppen zu dulden. So würde dann auch der Name der Militäroperation Sinn ergeben: Erdogan reicht Assad einen Olivenzweig, als Zeichen für seine Bereitschaft zum Frieden - errungen auf dem Rücken der Kurden.
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EU verhängt Sanktionen gegen ohnehin wehrloses Venezuela

EU verhängt Sanktionen gegen ohnehin wehrloses Venezuela. In Venezuela tobt ein blutiger Machtkampf. Im November hat die EU bereits Waffenlieferungen in das südamerikanische Land verboten, nun folgen Schritte gegen hochrangige Politiker und Juristen. Betroffen ist auch der Vizechef von Präsident Maduros Partei PSUV. Wegen des Konfliktes mit der Opposition hat die EU erstmals Strafmaßnahmen gegen hochrangige Vertreter der Führung in Venezuela verhängt. Die EU-Außenminister beschlossen bei ihrem Treffen in Brüssel Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen sieben Minister und Beamte, wie der EU-Rat mitteilte. Unter ihnen befindet sich Diplomaten zufolge der Innenminister des südamerikanischen Landes. In Venezuela tobt seit Monaten ein Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung unter Präsident Nicolás Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, sie wolle die Demokratie in dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat abschaffen und eine Diktatur errichten. Bei Zusammenstößen von Demonstranten mit Sicherheitskräften wurden im vergangenen Jahr 125 Menschen getötet. Im November hatten die EU-Staaten bereits die Lieferung von Waffen und Material, das für die "innere Unterdrückung" verwendet werden kann, an die Regierung in Caracas verboten. Europäische Strafmaßnahmen gegen einzelne Regierungsvertreter hatte es bislang nicht gegeben. Diplomaten zufolge befinden sich auf der EU-Sanktionsliste Justiz- und Innenminister Néstor Reverol, der ehemalige Oberbefehlshaber der Nationalgarde, Antonio Benavides, und Geheimdienstchef Gustavo González López. Einreise- und Vermögenssperren wurden außerdem gegen den Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, Maikel Moreno, die Präsidentin der obersten Wahlbehörde, Tibisay Lucena, Generalstaatsanwalt Tarek William Saab sowie den Vizepräsidenten von Maduros sozialistischer Regierungspartei PSUV, Diosdado Cabello, verhängt. Die EU folgt mit diesem Schritt den USA und Kanada, die bereits eine Reihe von Vertretern des südamerikanischen Landes, darunter Präsident Maduro selbst, mit Sanktionen belegt haben. Die Liste der von den Europäern mit Sanktionen belegten Vertreter soll am Dienstag im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.
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Auslandsnews

Offensive gegen Kurden: Verstößt die Türkei gegen das Völkerrecht?

Türkische Panzer in der Region Afrin

Anne Peters ist Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Im FAZ.NET-Interview erklärt sie, wie der türkische Militäreinsatz in Nordsyrien aus völkerrechtlicher Perspektive zu bewerten ist.

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Abgeordnete beenden den „Shutdown“

Sichtlich zufrieden mit der Einigung: Der Oppositionsführer im Senat, Charles Schumer.

Am dritten Tag des „Shutdown“ haben sich Republikaner und Demokraten im Haushaltsstreit geeinigt. Der Kompromiss ist jedoch zeitlich begrenzt.

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Reise des chinesischen Außenministers

Chinesischer Zug in Äthiopien

Die Volksrepublik China drängt auf den afrikanischen Kontinent. Und sichert ihren Einfluss durch Bildung und Entwicklung chinesischer Art.

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Türkische Offensive: Letzte Hoffnung Baschar al Assad?

Türkische Soldaten auf dem Vormarsch

Russland unterstützt den türkischen Angriff auf Afrin – denn davon könnte sein Hauptverbündeter Assad profitieren. Und vor allem ärgert es Amerika.

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Alle wichtigen Nachrichten im Überblick

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Wirtschaftsnews

Easyjet profitiert von Air-Berlin-Aus

Easyjet ist die zweitgrößte Billigfluggesellschaft Europas, hinter Ryanair.

Air Berlin, Alitalia, Monarch – gleich mehrere große Fluggesellschaften haben im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet. Jetzt hat Easyjet seinen Umsatz deutlich gesteigert – und hat noch mehr vor.

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Mehr ICE-Sprinter zwischen München und Berlin

Der ICE-Sprinter schafft die Strecke zwischen München und Berlin in knapp vier Stunden.

Für die neue Strecke soll es täglich 3000 zusätzliche Sitzplätze geben. Mitte Dezember war sie unter erheblichen Anlaufschwierigkeiten eröffnet worden.

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Weltwirtschaftsforum: Warum gerade in Davos?

Weltwirtschaft im Schnee: Warum treffen sich führende Politiker und Top-Manager eigentlich in Davos?

Alljährlich treffen sich führende Politiker und Top-Manager in Davos: Doch, wie entstand das Weltwirtschaftsforum, wer darf teilnehmen – und was ist überhaupt der „Davos Man“? FAZ.NET beantwortet die grundlegenden Fragen zum Forum in den Schweizer Alpen.

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Ein kleiner Frauenrekord in Davos

IWF-Chefin Christine Lagarde wird eine der bekannteren Frauen in Davos sein.

Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sind mit der Förderung von Frauen bisher nur sehr langsam vorangekommen. Auch Davos beweist das, verbessert sich aber.

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Arbeitsstellen in der Schweizer Autobranche

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Politiknews

SPD – Der unlautere Kampf um neue Genossen

Werbe-Anstecker auf dem Bundeskongress der Jusos in Berlin Ende 2017

Die SPD verzeichnet plötzlich viele Neueintritte. Sind es Gegner einer neuen großen Koalition, die das Mitgliedervotum beeinflussen wollen – um gleich danach wieder auszutreten?

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Bewertungsportal Jameda: Bis der Arzt geht

War schon einmal vor dem BGH: Das Ärztebewertungsportal Jameda

Der Bundesgerichtshof muss entscheiden, ob Ärzte sich von Bewertungsportalen im Internet löschen lassen können – und wütende Kommentare von Patienten gleich mit.

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Führender SPD-Politiker fordert: Kein Ministeramt für Martin Schulz

SPD-Chef Martin Schulz

Der designierte thüringische SPD-Vorsitzende und frühere Bundesminister Wolfgang Tiefensee verlangt einen Verzicht von Martin Schulz auf ein Ministeramt. Unionsfraktionschef mahnt bei den Verhandlungen zur Eile.

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SPD pocht auf Nachbesserungen in Koalitionsverhandlungen

Martin Schulz vor seinem Gesprächstermin mit Seehofer und Merkel

Am Montagabend trafen sich Martin Schulz, Angela Merkel und Horst Seehofer, um das weitere Vorgehen auf dem Weg zur Groko zu besprechen. Martin Schulz sagt, die SPD-Spitze muss sich erst noch sortieren.

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Autoankauf Schweiz Online

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